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Ein Fest zu Ehren der Brüder Manaki
(Film)

Janaki Manaki (1878-1954)
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Die kreative Arbeit der
Brüder Janaki (1878-1954) und Milton (1880-1964) Manaki, die ersten
Kameramänner auf dem Balkan, ist zweifellos sehr umfassend und
signifikant. Die filmographische Geschichte Makedoniens begann mit
diesen Brüdern, welche die entscheidenden Grundwerte festlegten. Die
Brüder Manaki wurden in dem kleinen Dorf Avdela, nahe der Stadt Grevena
(Kostur/Kastoria). 1898 begannen sie gemeinsam ihre Arbeit. Während
dieser Zeit war Janaki Kunstlehrer in einem Gymnasium in Yanina, wo er
auch sein erstes Photostudio eröffnete und sein jüngerer Bruder Milton
studierte Photographie. Mit seinem faszinierenden Geist und seinem
Eifer, wurde Milton früh ein Meister seines Fachs. Er lernte viel von
seinem Bruder Janaki, welcher ihn maßgeblich beeinflusste.
1904 entschieden sich die Brüder Manaki in Bitola zu leben, was
schließlich Ihren letzten Stopp einer langen Reise ausmachte. Sie
entschieden sich für Bitola, da diese Stadt zu dieser Zeit das
politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum auf dem Balkan war.
1905 zogen Sie auch mit Ihrem Photostudio nach Bitola und eröffneten es
unter dem Namen "Studio für Kunstphotographie" wieder.
1906 war ebenfalls ein sehr wichtiges Jahr für die Brüder Manaki. Nach
einer Einladung des Königs Karol I. nahmen sie an der großen
Weltausstellung in Sinaia (Rumänien) teil. Sie gewannen die Goldene
Medaille für ihre Photosammlung und wurden Hofphotographen seiner
Majestät Karol, dem Ersten. Der große Bruder Janaki wurde in die größten
Städte geschickt, um Photographien zu erstellen. Dies sollte der Anfang
seiner großen internationalen Pilgerreise werden. Nach Wien und Paris
kam er schließlich in London an, wo er zum ersten Mal in seinem Leben
eine Filmkamera sah. Dies war der entscheidende geschichtliche Event in
seinem Leben. Später kam er erneut nach London, wo er eine Kamera von
CHARLES URBAN TRADING CO. erwarb. Es war die 300-ste Kamera von Typ "Bioscope".
Mit dieser 300-sten Kamera sollte die makedonische filmographische
Geschichte ihren Anfang auf dem Balkan nehmen.

Milton Manaki (1880-1964)
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Die ersten bewegten
Bilder machten die Brüder an ihrem Heimatort Avdela. Dort verhalfen sie
ihrer 114 Jahre alten Großmutter Despina, zusammen mit anderen
Weberinnen aus dem Dorf zur Unsterblichkeit, als sie sie mit der Kamera
aufnahmen. Die Aufnahme was so außergewöhnlich eindrucksvoll und
anregend. Und so begann der große filmographische Opus, ein Zeugnis
seiner Zeit, reich und von Erfolg gekrönt. Aus dem überlieferten und
erhaltenen Material sollten folgende Dokumentarfilme erwähnt werden:
“The Visit of Sultan Mehmed the 5th Rashid to Salonika and Bitola”, “The
Romanian Minister Istrate visits Bitola, Gopesh and Resen”, “The Nomad
Karakachani”, “The celebration of the religious festival Epiphany” und
“The visit of Prince Alexander to Bitola”. Des Weiteren gibt es
zahlreiche Bilder von Dörfern und Städten, von Hochzeiten,
Volkstrachten, Ritualen und Festen, und auch von den türkischen
Repressalien gegenüber dem Makedonischen Volk nach dem Aufstand von
Ilinden 1903.
Während ihres Lebens,
machten die Brüder auch Bilder des Alltagslebens. Die Photographie war
ihr Hauptgeschäft und das Photostudio wurde stets weitergeführt. Milton
machte sogar während der turbulenten Zeit der Balkankriege (1912/1913)
Bilder, sowie des ersten und zweiten Weltkrieges. Diese geschichtlichen
Photodokumentationen sind unbezahlbar kostbar. Sie halfen die relevanten
Ereignisse der Zeit zu rekonstruieren, Personen aus dem historischen
Bitola und der Region zu identifizieren. Ihr Interesse für die
Photographie war so groß, dass sie auch die Themengebiete entsprechen
ausdehnten. Die interessantesten Gebiete für die Brüder Manaki waren:
The recording of the Macedonian revolutionary companies, rebels and
Komita leaders as well as the recording of the Young Turks’ Revolution;
The collections of the representatives of Diplomatic Corps in Bitola
with many famous persons from that time, portraits of Kings, state
leaders and Prime Ministers, war commanders. Speziell die Bilder der
Balkankriege und des ersten Weltkrieges sind sehr eindrucksvoll und
stellen eine einzigartige eindrucksvolle Welt dar, wie z.B. die
Truppenbewegungen, die verwendeten Waffen, Patrollien auf den Strassen,
mit hohem und gesenktem Haupte, Offiziere in ihren Uniformen, Soldaten
in Lumpen, deutsche und bulgarische Stiefel auf den Strassen in Bitola,
die aus Kopfsteinen bestanden.
1944 erreichte die
siebte Makedonische Freiheitsbrigade Bitola. Photos mit einer jubelnden
Menschenmenge und einer feierlichen Atmosphäre konnten die beiden Brüder
mit ihren Kameras einfangen. Das Ende des Kriegs, der feindlichen
Besatzungsarmeen, die Zeit der Freiheit kam. Neben der Arbeit im
Photostudio und der Aufnahmetätigkeiten mit der Filmkamera zeigten die
Brüder Manaki auch Filme. Den ersten Film zeigten sie 1921 im neuen Kino
"Manaki" unter freiem Himmel auf der Hauptstrasse der Stadt, dem sog. "Sirok
Sokak", was soviel wie "Breite Strasse" bedeutet. Dieser Kinogarten war
nur eine zeitlich begrenzte Lösung - die Brüder waren damit noch nicht
zufrieden. Später bauten sie ein Kino-Haus, das im Dezember 1923 die
Eröffnung mit einer ersten Vorstellung feierte. Der Erfolg des Kinos war
unbeständig, die Besitzer wechselten und schließlich brannte das Kino
1939 bis auf die Grundsteine ab. In seinen Filmen, die er häufig auch
spontan drehte, konnte er mit seinem Instinkt sehr viele signifikante
Ereignisse aufzeichnen, die in Bitola und der Umgebung stattfanden und
heute von großer Bedeutung in der Geschichtsforschung sind. Nach
Analysen des Filmmaterials konnte man als ersten Eindruck feststellen,
dass Milton Manaki, der die meisten Filme drehte und auch Photos schoss,
eine sehr realitätsnahe Haltung hatte.
Demnach waren sein Wissen und seine Fähigkeit zu damaligen Zeiten,
aufgrund der Filmmaterialien und auch der Auswahl der Motive und
Ereignisse, welche er aufnahm, so eindrucksvoll, dass man bei Milton
Manaki von dem ersten Kameramann auf dem Balkan sprechen kann.
Schließlich sollte man festhalten, dass die gesamten Photos und Filme,
die während der Zeit von den Brüdern Manaki gemacht wurden, zweifellos
sehr wertvoll und bedeutend sind.
Deren konsistenter und ästhetischer Wert, der mit der Zeit eine andere,
nämlich geschichtliche, Dimension einnimmt, ist nicht nur für die
makedonische Cinematographie von Bedeutung sonder auch weltweit.
In Anlehnung an:
www.manaki.com.mk |