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JUL 2002 - Der MCC bereichert die Stadt Bitola mit europäischem Flair und motiviert die Jugendlichen in Richtung Europa zu denken und handeln:

 

Die Hand des Schreibers

In seine Novelle Das Treffen in Telgte, Günter Grass, der Gewinner des Literaturnobelpreises, beschrieb ein Treffen von Intellektuellen: 1648, nach dem 30-jährigen Krieg, welcher Chaos in Zentraleuropa hinterlassen hat, Städte, Kirchen und den Glauben der Menschen zerstört hat, konnte eine Gruppe von Schriftstellern diesen Krieg überleben und in der Nähe von Münster und Osnabrück treffen, um über den Frieden zu reden. Günter Grass ist Autor, Maler and Bildhauer. Sein Bild Die Hand des Schreibers zeigt eine Hand mit einer Feder, die aus einer Landschaft aus toten Steinen entsteht.

Verteidigung der Zukunft
Brüssel und die Europäische Union sind nicht nur Geldquellen. Die Bürger Europas haben sich nach dem zweiten Weltkrieg wieder zusammen gefunden, um nach Frieden und Prosperität zu streben, jedoch mussten sie dafür den Hass überwinden, der noch in ihnen weilte. Bald nach 1945, bevor noch die  Europäische Gemeinschaft gegründet wurde, kauften Menschen Waren von Nachbarn, welche noch vor kurzem in Goebbels Propaganda als die Urfeinde beschrieben waren. Es kann keine Prosperität ohne Frieden geben, keinen Frieden ohne die Überwindung von Hass, Deswegen wurde auch der „Culture Container“ initiiert, um die Zukunft zu verteidigen.


Die Idee
Der mobile Kulturcontainer wird für einige Wochen an einem Ort aufgestellt und stellt einen Ort dar, an welchem sich junge Menschen freiwillig treffen können. Es ist ein Ort für Schüler, welche bspw. ihre eigene Schulzeitung erstellen können, es ist aber auch ein Ort für Diskussionen, Workshops, Ausstellungen, Tänze, ein Ort zum Musik hören, schreiben, lesen, chatten, ein Labor und ein Café. Ein Ort an dem Ideen entstehen, ein Ort zum ausruhen, zum nachdenken. Die Aufgabe ist es, etwas zu schaffen, was langfristig ausgelegt ist. 

 

Fragen
Fragen aus dem mobilen Kulturcontainer:
Wie sieht die persönliche Zukunft von jungen Menschen in Südosteuropa aus? Wie kann ein langfristig friedliches Zusammenleben erreicht werden? Wie sind die Perspektiven in einer Welt, welche sich zurzeit in einer technischen Revolution befindet? Welche Fähigkeiten müssen Menschen haben, um sich in dieser neuen Welt zu Recht finden zu können und an den Prozessen teilhaben zu können?  Welche Zukunft erwartet diese Menschen und wie können diese jungen Menschen schon heute darauf vorbereiten, diese „ihre“ Zukunft zu verteidigen?

 

Europa

Der Kulturcontainer informiert die jungen Bürger über die Aufgaben und Ziele der Europäischen Union. Der Weg in eine Integration in die EU des Landes, welche von dem Container besucht werden, hängt von einer friedlichen Koexistenz ab. Der Container betrachtet die Jugend, die an diesen Projekten mitarbeiten als die Generation, die in Zukunft das Land mit aufbauen und gestalten werden. Diese Menschen werden das Land auf dem richtigen Weg in Richtung Integration in die EU führen. Aus diesem Grund gibt es „Europatage“, die Informationen zu diesem Thema geben.


Diskussion
Morgens sind Schulklassen und Jugendclubs eingeladen, über die Zukunft zu diskutieren. In Absprache mit den Lehrern und Jugendgruppenleitern können Jugendliche die Möglichkeiten des Kulturcontainers nutzen und über Ihre Perspektiven sprechen. Die Projektleiter leiten die Diskussionsgruppen in der Sprache der Jugendlichen.


Schülerzeitung

Eine Schülerzeitung dient dazu, die Gedanken der Jugendlichen auszudrücken. Frei Ihre Meinung und Ihre Gedanken in Worte zu fassen und zu veröffentlichen. Je nach Interesse der Jugendlichen und dessen Inhalt, nimmt die Zeitung auch ein gewisses Format und Layout an. Diese Aktivität fördert ein unabhängiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten auf einem demokratischen Weg. Die erste Schülerzeitung wurde im Rahmen dieses Projektes 2002 in Cacak (Serbien) gegründet. Die Plattform des mobilen Kulturcontainers wird es ermöglichen, dass die verschiedenen Herausgeberbüros der Schülerzeitung untereinander kommunizieren können und Informationen schnell austauschen können.

 

Die Friedensbibliothek

Integriert ist auch eine kleine Bibliothek mit Büchern aus den verschiedensten Bereichen. Wirtschaft, Politik, Geschichte, zeitgenössische Kunst, etc. Diese für alle zugänglichen Bücher sollen dem Leser helfen, herauszufinden, was die Gründe für Nationalismus sind und die Kriege im 20. Jhd, wie Hass und Isolation überwunden wurden, welche Strategien dabei erfolgreich waren, und welche nicht.Ferner gibt es noch Bücher über die EU, Journalismus, Film und Technik.
 

Neue Technologien

Der Container hat einen Internetraum. Das Internet kann jederzeit genutzt werden. Projektmitarbeiter zeigen den Jugendlichen, wie sie sich schnell im Internet zurecht finden können und somit diese neue Technologie effektiv nutzen können. Des Weiteren haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Digital Video, Photo und Event Technologien zu nutzen und auszuprobieren.

Workshops

Workshops schließen sich direkt an Diskussionen an. 2001 gab es Workshops in fast allen Bereichen: Literatur, Theater, Kunst, Zeitungen, Wissenschaft, Mode, Filmographie, Radio und Public Relations. Die Workshops sind fest in das Wochenprogramm integriert.

 

Die Tour

Der mobile Kulturcontainer ist einige Wochen in einer Stadt, aufgrund der Einladung des Bürgermeisters, weil die Unterstützung der Gemeinde sehr wichtig ist. Später werden Kontakte zu Schulen, Jugendgruppen, etc. aufgenommen und erste Projekte besprochen.

 

 

 

Die Förderer

Der Fond „Verteidigung unserer Zukunft“ mit Hauptsitz in Wien ist Verantwortlich für den mobilen Kulturcontainer. Unter den Förderern befinden sich auch Lieselore Cyrus, Dr. Wolfgang Petritsch, Hans Koschnik und der österreichische Vizekanzler Dr. Erhard Busek. Kurator ist der Wiener Anwalt Dr. Gabriel Lansky.

 

Das Team

Der mobile Kulturcontainer wird von acht Projektmitarbeitern betreut, die hauptsächlich aus der südosteuropäischen Region stammen. Alle Betreuer sind verantwortlich für Debatten, Diskussionen zwischen den Jugendlichen, geben Hilfestellungen bei der Nutzung des Internets und des Videolabors, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, und unterstützen den Direktor des Südosteuropainstituts aus Deutschland Achim Koch.

Finanzierung

Das Projekt des mobilen Kulturcontainers wurde in den Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa integriert. Hauptsponsoren sind Deutschland, Luxemburg, Schweiz und Norwegen. Des Weiteren unterstützen Lichtenstein, Österreich, Spanien und die Tschechische Republik das Projekt. Andere Länder wollen das Projekt in der Zukunft ebenfalls unterstützen.  Private Sponsoren wie die Volkswagen AG und die Allianz Kulturstiftung haben sich auch beteiligt. Der Fond wurde auch von „mobilkom austria“, Kultur-Kontakt Austria und der Korridor X Line unterstützt.

Dokumentation

Die Arbeit des mobilen Kulturcontainers wird auf verschiedenen Arten gemessen. 2002 erschien ein Buch von der Tour 2001, in welchem die Erfahrungen und Erfolge dieses Projektes beschrieben wurden. Ebenfalls wird eine TV-Dokumentation über die Arbeit dieser Projektgruppe erstellt. Der Film zeigt  Teile von Video Clips der Jugendlichen, die bei den Video Workshops der Tour 2001 entstanden. Zugleich ermöglicht diese Doku einen Einblick in die Arbeit der einzelnen Projektgruppen.

In Anlehnung an: http://www.mobile-culture.org/

 Von Goran Popcanovski